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Partnerprobleme und sexuelle Unlust

Manchmal kann eine schwierige Beziehung eine Chance haben, wenn beide Partner bereit sind sich gemeinsam mit ihren Problemen konstruktiv auseinander zu setzen um Lösungsalternativen für eingefahrene Streitthemen zu finden.

Auch wenn ein Partner nicht zur Teilnahme an einer Therapie bereit ist, verändert sich eine eingefahrene Situation, wenn ein Teil des Paares sich nicht mehr an die üblichen "Spielregeln" hält. Eine Veränderung des Einzelnen bewirkt immer auch eine Veränderung des gesamten Systems.

Sexualprobleme

Laut Literatur sind bei nur 5 Prozent organische Ursachen für sexuelle Störungen verantwortlich. Die häufigsten Gründe liegen im psychosozialen Kontext.

Die Ursachen lassen sich in vier Kategorien zusammenfassen.

  1. Erwartungsängste, die sich in einem Teufelskreis aufschaukeln und zu Lustlosigkeit oder Funktionsstörungen führen. Das Selbstwertgefühl leidet, die Partnerschaft ist belastet.
  2. Erfahrungsdefizite, bei denen falsche Vorstellungen über physiologische Abläufe existieren.
  3. Persönliche Ängste und Konflikte, die sich in einer sexuellen Störung ausdrücken und dadurch die Partnerschaft belasten. Eine negative Erfahrung aus der Kindheit oder einer früheren Partnerschaft, die noch nicht aufgearbeitet wurde, kann die aktuelle sexuelle Beziehung massiv belasten.
  4. Partnerkonflikte, die sich in sexuellen Störungen ausdrücken. Lang andauernde Paarkonflikte, die nicht gelöst werden, können sich natürlich in der Sexualität wiederspiegeln.

Häufige sexuelle Probleme sind

Lustlosigkeit,
Schmerzen oder Angst vor dem Geschlechtsverkehr,
Abneigung sich sexuell berühren zu lassen,
Erektionsstörungen.

Viele Paare haben keine Sprache für ihre Sexualität. Dadurch fällt es ihnen schwer, über ihre Vorlieben, Abneigungen und mangelnde Erfahrung zu sprechen. Generell gesagt ist eine gute Kommunikation Voraussetzung für eine befriedigende Sexualität.

In einer Therapie wird zu Beginn eine ausführliche Problemanalyse gestellt, um die Ursachen für die Symptomatik zu erfassen.

In der Regel sind mehrere Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Problematik verantwortlich.

Häufig ist die berufliche Belastung, in Kombination mit der familiären Versorgung von Kindern, Ursache für Lustlosigkeit.

Nach einer ausführlichen Analyse werden die Therapieziele gemeinsam festgelegt. Je nach Ursache steht die Vermittlung von Informationsdefiziten, ein Kommunikationstraining, das Erlernen von Entspannung und Genussfähigkeit, eine effizientere Stressbewältigung oder ein Konfliktlösetraining  im Vordergrund.